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Deutsche Gesellschaft für Bonding-Psychotherapie e.V. (DGBP)

In der Deutschen Gesellschaft für Bonding-Psychotherapie e.V. (DGBP) haben wir uns zum Ziel gesetzt, die in Theorie und Praxis, in Aus- und Weiterbildung entwickelten Erkenntnisse, Erfahrungen und Richtlinien zur Bonding-Psychotherapie zu vertreten, zu verbreiten, zu koordinieren und weiterzuentwickeln.

Auf dieser Seite werden wir Therapeuten und Institutionen vorstellen, die mit Bonding-Psychotherapie arbeiten.
Die Interessenten an Workshops und Gruppen (Prävention, Therapie, Rehabilitation, persönliches Wachstum) finden hier aktuelle Termine.

Ebenfalls stellen wir Ihnen unserem Verein vor. Wir vermitteln gerne Informationen zu Weiterbildungsangeboten in Bonding-Psychotherapie. Die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung über Bonding-Psychotherapie werden dokumentiert.

Die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Bonding-Psychotherapie e.V., gegründet 1988, ist verbunden mit der 1984 gegründeten “International Society of Bonding Psychotherapy” und der „European Society of Bonding Psychotherapy“ (ESBP).

Die “European Society for Bonding Psychotherapy” ist ein Mitglied der “European Association for Psychotherapy” (EAP).

Nit nit ay garabam

“Der Mensch ist des Menschen Medizin.”

Dieser Sinnspruch des afrikanischen Stamms der Wolof steht bis heute als spirituelles Motto über der Klinik für socio-psychosomatische Medizin, die vor

50 Jahren am 3. Mai 1971 von Dr. Walther Lechler in Bad Herrenalb eröffnet wurde.

Diese kleine Klinik, im Ortsteil Kullenmühle, mit knapp 40 Betten sollte der Geburtsort eines einzigartigen klinischen Modells werden, das

“Bad Herrenalber Modell”

Die Menschen, die in dieses Haus kamen, Gäste genannt, durchliefen in ihrer Behandlung mehrere Stufen, die für sie unterschiedliche Türen öffneten. Die erste Tür war die zu sich selbst, hinter der sie zuvor im Gefängnis ihrer Scham, ihres vermeintlichen Unwerts und ihrer Gefühllosigkeit saßen. Die Entdeckung der Gemeinschaft der anderen, öffnete eine weitere Tür, hinter der sie Bindungs- und Beziehungsfähigkeit lernen konnten. Durch die Therapeutische Gemeinschaft, der innigen Begegnung und Nähe mit den anderen Gästen, die Bonding Psychotherapie und die Meetings in den 12 Schritte Gruppen, entstand emotionale Offenheit, das Gefühl endlich einmal sicher und ohne Beschämungen zu sein, ein neues und oft spirituelles Lebensgefühl. Die Fremdheit, die in vielen Kliniken zwischen Ärzten und Patienten herrschte, war hier aufgelöst durch ein direktes Du. Wie vieles Neue und auch Geniale wurde das Bad Herrenalber Modell von einigen konservativen Psychotherapeuten und Psychiatern als unwissenschaftlich angefeindet. Der Kern dieses Modells ist, wie wir heute sehr wohl wissen, evidenzbasiert. Das belegen die wissenschaftlichen Ergebnisse der Bindungstheorie nach John Bowlby, der Emotionsfokussierten Therapie von L. Greenberg und auch der Achtsamkeitstherapie von J. Kabat-Zinn. Auch die direkten Katamnese-Untersuchungen zeigten deutlich bessere Effekte, auch im Vergleich zu anderen Kliniken (Metaanalyse, A. Steffanowski, W. Wittmann et.al. 2007).

Das Bad Herrenalber Modell ist mit 50 Jahren nicht nur erwachsen geworden, sondern hat sich in vielen Ausprägungen, in anderen Kliniken auch weiterentwickelt. Es stand Pate für viele Kliniken in Deutschland, die mit der Therapeutischen Gemeinschaft arbeiten und war eine Quelle der Inspiration und Spiritualität für viele Patienten und Therapeuten.

Deshalb lasst uns zusammen, jeder an seinem Ort, diese tiefe Lebensfreude aus emotionaler Offenheit und körperlicher Nähe feiern.

Das Bad Herrenalber Modell lebt. Darum achtet gut auf diesen Schatz und seid mit uns die Bewahrer des Feuers. Wir tragen es auch heute noch in unserem Leben, in einigen Kliniken, im „Förderkreis für Ganzheitsmedizin“ und in vielen Wochenendworkshops weiter.

Als Erinnerung an das 50jährige Jubiläum laden wir Euch deshalb ein, am 3. Mai 2021 eine virtuelle Umarmung in Form eines Fotos oder Videoclips über die sozialen Medien oder Eure Webseiten zu posten.

Ihr könnt alle mit dabei sein!
Klaus von Ploetz, ehemaliger Chefarzt der Klinik Bad Herrenalb

Stellungnahme der DGBP e.V. zum Umgang mit Bonding-Psychotherapie während der COVID-19-Pandemie

Liebe KollegInnen,

wir befinden uns im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in einem Spannungsfeld bei der praktischen Ausübung von Bonding-Psychotherapie.
Viele ambulante Angebote und alle uns bekannten stationären klinischen Angebote für Bonding-Psychotherapie finden nicht statt. Auch außerhalb psychotherapeutischer Settings werden durch die Schutzmaßnahmen essentielle Grundbedürfnisse nach körperlicher Nähe und emotionaler Offenheit für viele Menschen im Alltagsleben stark eingeschränkt.

Ist Bonding-Psychotherapie, v.a. in Form der Näheübung während der Mattenarbeit, dann überhaupt durchführbar?

Der Leitungskreis der DGBP e.V. hat das Thema über einen langen Zeitraum in intensiven Gesprächen kontrovers diskutiert und auch zwischen uns hat sich ein Meinungsspektrum abgebildet. Einerseits gilt es eine Risikoabschätzung vorzunehmen und andererseits die Folgen einer Nichtbehandlung abzuwägen – für Klienten und Therapeuten.
Die Pandemiesituation stellt sich in den einzelnen Bundesländern immer wieder unterschiedlich dar, einige sind mehr betroffen und andere weniger. Daraus ergeben sich neben den für das ganze Bundesgebiet allgemein geltenden – und immer wieder aktualisierten – gesetzlichen Regelungen individuelle länderspezifische Festlegungen.

Wir möchten mit dieser Stellungnahme vor allem auf das Konfliktfeld in der Beschäftigung mit dem Thema hinweisen.

Möglicherweise ist es im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sinnvoll, Bonding-Psychotherapie bzw. einzelner Elemente wie Einstellungsarbeit anzubieten; zum Beispiel mit dem Einvernehmen des zuständigen Gesundheitsamts, einer individuellen Risikoabschätzung im schriftlichen Einverständnis mit den Klienten und der Dokumentation möglicher Infektionswege. Auf der anderen Seite ist die reale medizinische Notwendigkeit einer solchen Behandlung zu überprüfen sowie Mindestabstände einzuhalten, räumliche Gegebenheiten (Raumgröße, Lüften) und eine Maskenpflicht in die Überlegungen eines Hygienekonzepts einzubeziehen.

Jede Entscheidung sollte aus unserer Sicht auf der Grundlage der aktuell bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden und im Sinne einer seriösen therapeutischen Haltung geschehen, die Schaden vermeidet und nicht produziert.

Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass sich die Situation bald so entspannt, dass wir wieder ohne Einschränkungen Bonding-Psychotherapie erleben können.

Herzliche Grüße vom Leitungskreis der DGBP e.V.

Januar 2021