Die Bonding Psychotherapie (BP) ist ein bewusst geplanter interaktioneller, gruppentherapeutischer Prozess zur Behandlung von Störungen, die in einem Zusammenhang mit der mangelnden Befriedigung der neurobiologisch verankerten psychosozialen Grundbedürfnissen stehen. Diejenigen Störungen, die im Konsens mit dem Patienten als behandlungsbedürftig erachtet werden, werden sowohl mit erlebnisaktivierenden körperbezogenen averbalen als auch verbalen Mitteln behandelt. Veränderungen in Richtung auf ein definiertes gemeinsam erarbeitetes Ziel werden durch lehrbare Techniken auf der Basis einer Theorie des gesunden und pathologischen interpersonellen Verhaltens erreicht. Diese Veränderung vollzieht sich in einer tragfähigen emotionalen Beziehung zur Gruppe und dem Therapeuten.
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Siehe auch: Bonding-Psychotherapie: eine Einführung.
Der Anlass dieses Buch zu schreiben, war die Notwendigkeit die Bonding-
Psychotherapie-Theorie , die seit dem Erscheinen des Buches von Casriel „A
Scream Away From Happiness“ im Jahre 1972 nicht verändert wurde, auf einen
zeitgemässen Stand zu bringen. Dabei sollte das Grundparadigma der Bonding-
Psychotherapie bewahrt werden. Dieses Paradigma sieht die Ursache von
seelischen Störungen in der mangelnden Befriedigung der psychosozialen
Grundbedürfnisse. Oder kurz gesagt: seelische Störung als Ausdruck eines Mangelsyndroms“. Da die Befriedigung oder Nichtbefriedigung dieser
psychosozialen Grundbedürfnisse an die Beziehung zu anderen gebunden ist,
sind seelische Gesundheit oder seelische Störungen Ausdruck gelungener oder
misslungener Formen der Beziehungsgestaltung. Diese Ursachenzuschreibung
von seelischen Störungen ist allen interpersonellen Therapieverfahren
gemeinsam.
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Zusammenfassung
In den letzten Jahren hat Emotionsforschung zunehmendes Interesse erfahren sowohl bzgl. neurobiologischer wie psychotherapeutischer Fragestellungen. Wir skizzieren Möglichkeiten, biologische Korrelate von Gefühlen zu finden und referieren den Stand der Forschung zur Frage, wie viele und welche Grundgefühle es gibt.
Am Beispiel der sehr gut erforschten neurobiologischen Bahnen der Angst formulieren wir Hypothesen, welche neurobiologischen Strukturen respektive Funktionen involviert sind bei Einstellungsarbeit und bei Bonding-Psychotherapie. Die Hypothesen können begründen, warum bei diesen Therapieverfahren implizite Gedächtnisinhalte bewusst werden und wie es zu einer korrigierenden Erfahrung kommen kann. Diese Modellvorstellungen erklären, was das physiologische Korrelat einer psychologisch korrigierenden Erfahrung ist bzw. sein kann.
Aus:
„Psychoanalyse u. Körper“, Nr. 9, 2006, Heft II
Verlag: Psychosozial (Giessen)
Herausgeber Peter Geissler
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